Mäßigung und Corona

Das Corona-Virus stellte unseren Lebensalltag auf den Kopf. Viele der zuvor nicht hinterfragten täglichen Aktivitäten konnten nicht mehr in gleicher Form ausgeführt werden. Während wir einerseits einige Aktivitäten missen, wird uns andererseits bewusst, dass andere Aktivitäten in den Hintergrund getreten sind. 
Ist hier die Tugend der Mäßigung und das rechte Maß zu erkennen?

Mäßigung in Zeiten von Corona

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Gedanken über uns und unsere Zukunft

Zur Zeit wird die Welt von einem winzigen Virus bedroht, welches dafür sorgt, dass Fabriken still stehen, Flüge gestrichen werden und Autos in der Garage bleiben. Die Corona-Krise versetzt Millionen von Menschen in eine neue, ungewohnte Situation: Sie sind in ihren Aktivitäten eingeschränkt und müssen ihre Sozialkontakte begrenzen. Ihr Lebenswandel ist entschleunigt. Sie werden auf sich selbst zurückgeworfen und gelangen in die für viele Menschen ungewohnte Situation, allein zu sein und Langeweile auszuhalten. Der Lebensstil der Wohlstands-, Überfluss- und Beschleunigungsgesellschaft wird durch die Corona-Krise auf den Kopf gestellt. All die Aktivitäten, die zuvor im Zentrum eines fraglichen Lebensglücks standen, Besuche von Fußballstadien, Kreuzfahrten oder Shopping, sind genommen. Die Menschen müssen auf Zerstreuung verzichten, die sie zuvor abhielt, über den Sinn und die Grundlagen für Glück und Zufriedenheit gründlich nachzudenken.  ...

Maßhalten als Akt der Befreiung

Thomas Vogel im Gespräch mit Julius Stucke auf Deutschlandfunk Kultur 30.4.2020


Musik als Befreiung durch Mäßigung
Natur als unsere Lebensgrundlage, die es durch das rechte Maß zu schützen gilt

Über den Umgang mit den Dingen

Eine kulturgeschichtliche Skizze bis zur Corona-Pandemie



Die Corona-Pandemie war und ist ein tiefer Einschnitt in das Leben der Menschen. Sie hat die Kultur, die Sitten und Gebräuche unserer Gesellschaft in vielen Punkten zum Teil außer Kraft gesetzt, auf den Kopf gestellt und durcheinandergewirbelt. In vielen Bereichen werden die durch die Pandemie hervorgerufenen Wirkungen als schmerzliche Einschränkungen empfunden; es gibt allerdings auch Bereiche, in denen die Pandemie sozusagen „heilsames“ Nachdenken und sinnvolle Verhaltensweisen fördert. Ein Bereich, der zu den positiven Auswirkungen der Coronakrise zählt, scheinen das Konsumverhalten und der Umgang der Menschen mit den Dingen zu sein. 


Der Wert der Dinge


Die Coronakrise wird uns noch lange beschäftigen. Wirtschaftlich, politisch und seelisch. Von einem „normalen“ Alltag sind wir innerlich noch weit entfernt. Tausende werden an Covid-19 sterben. An einem unsichtbaren Virus, das weder Grenzen noch Gesetze kennt und tief sitzende Urängste weckt. Grundrechte, die seit über 70 Jahren gelten und die wir für selbstverständlich halten, werden massiv eingeschränkt. Ausgerechnet jetzt sollte man über Mäßigung nachdenken? Sie finden das anmaßend? Sollten Sie das denken, lesen Sie bitte trotzdem in dem Interviewartikel mit der Zeitschrift Vital (Heft 6/2020) weiter.

Wertschätzung der in der Mäßigung inkorporierten Aktivitäten