Das Glück besteht darin, in dem zu Maßlosigkeit neigenden Leben das rechte Maß zu finden.


Leonardo da Vinci (1452–1519)


Was ist eigentlich Wohlstand? 

Wohlstand wird in unserer Industriekultur häufig mit Geld und materiellem Reichtum gleichgesetzt. Als Maßstab für Wohlstand gilt unserer Kultur das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Dass dieser Maßstab allerdings nicht gleichzusetzen ist mit dem Glück und der Zufriedenheit der Bevölkerung, ist in der vergangenen Zeit immer deutlicher geworden. Klimawandel, Artensterben, Vermüllung der Meere und vieles mehr zeigen außerdem, dass unser Lebensstil keine Zukunft hat; wir leben auf Kosten der Zukunft unserer Kinder. Wir benötigen dringend ein Nachdenken über neue Wohlstandsmodelle. Einige Gedanken, wie unser Wohlstand der Zukunft in einer Kultur der Mäßigung aussehen könnte, sind hier nachzulesen:

Auf der Suche nach Glück und dem richtigen Maß begegnet man irgendwann dem Schaf.

Das Schaf repräsentiert einen nicht unerheblichen Teil menschlicher Kulturgeschichte: Es verkörpert archaische Hirtenkultur und pastorale Idylle. Als geduldiges Opfertier liegt das Lamm auf der Schlachtbank. Und als Wolllieferant war es Wegbereiter der industriellen Moderne. 
Schon seit vielen Jahren halte ich eine kleine Schafherde. Für mich bedeutet diese Haltung ein sozial-ökologisches Experiment. Was da so friedlich in der Aue grast, kann uns viele Einsichten geben, Tages- und Jahresverläufe strukturieren, zum Nachdenken über Mensch und Natur anregen. 


Interesse an einem philosophischen Gespräch auf der Schafweide? In unregelmäßigen Abständen biete ich solche Gespräche an. Meldet Euch einfach bei mir: 

Unterwegs mit menschlichem Maß

„Da suchen sich die Menschen Stätten, um sich zurückzuziehen: Aufenthalte auf dem Lande, an der See, im Gebirge. … Und doch ist all solches Verlangen in höchstem Grade kindisch … denn der Mensch zieht sich nach keiner anderen Stätte zu größerer Ruhe und Ungestörtheit zurück als in seine eigene Seele.“  

(Marc Aurel, 121–180 n. Chr.)

Über unseren Umgang mit den Dingen

Die Grafik links stellt Stufen eine zukunftsorientierten und nachhaltigen Umgangs mit den Dingen dar. Der Ressourcenverbrauch im Umgang mit den Dingen von oben nach unten ab.  Wenn es Dich interessiert, wie sich unser Umgang mit den Dingen im historischen Verlauf entwickelt hat, und wie er sich angesichts zunehmender ökologischer Grenzen entwickeln müsste, kannst Du hier mehr erfahren: 

Arbeitsmoral

Stets arbeiten wir an neuen Projekten und meinen, dadurch das eigene Leben und das unserer Kinder zu verbessern und weiterzuentwickeln. Durch viele Arbeiten und die technischen Möglichkeiten zerstören wir aber auch zunehmend unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Wir brauchen eine andere Sicht auf die Arbeit und die Frage, was denn überhaupt Fortschritt ist. Der Literatur- Nobelpreisträger Heinrich Böll hat in den 1960er Jahren eine "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral" verfasst, die zum Nachdenken und zur Diskussion über unsere Arbeitsgeselschaft anregt:  
"In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. ...

Genug !

„Den Reichtum eines Menschen kann man an den Dingen erkennen, die er entbehren kann, ohne seine gute Laune zu verlieren.“ (Henry David Thoreau, Schriftsteller und Philosoph) 

Das Manuskript des Features GENUG! ÜBER DIE VERGESSENE TUGEND DER MÄßIGUNG  (Sendung  des SWR am 2.6.2019 / 12.05 Uhr) könnt ihr hier lesen: