Wirtschaft im Widerspruch

"Ohne Auflösung des Antagonismus von Produktion und Konsumtion wird es der Gesellschaft nicht gelingen, sich vom Wachstumszwang zu befreien und sich zu mäßigen. Initiativen zur Lösung der gesellschaftlichen Naturkrise verlaufen im Sande, solange sie sich nicht radikal mit diesen Widersprüchen auseinandersetzen und ihre Auflösung durch Hinwirken auf eine Demokratisierung der Ökonomie beziehungsweise der Eigentumsverhältnisse in den Vordergrund der Bestrebungen stellen. Zur Überwindung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Naturkrise wäre Hemmung im doppelten Sinne, nämlich Zurückhaltung gegenüber der Natur und Kontrolle der wirtschaftlichen Mechanismen, die zu ihrer Verwüstung führen, überlebenswichtig. Diese Hemmung würde eine behutsame, mäßigende Zurücknahme des Menschen selbst und ein reflektiertes Zurückschrauben der menschlichen Produktion bedeuten. Unter den Bedingungen der gegenwärtigen Widersprüchlichkeit der Produktionsverhältnisse ist jedoch weder eine solche Selbstbeschränkung noch eine gesellschaftliche Veränderung im Naturumgang zu erwarten." 

(Zitat aus Vogel, T. (2018):  "Mäßigung-Was wir von einer alten Tugend lernen können" oekom, S. 105 f.) 

Interesse an mehr?

Hier ein Radio-Interview mit Attac (München), das ich am 3. April 2019 gegeben habe. 

Genuss der Natur durch gemäßigten Konsum

"Das Glück besteht darin, in dem zu Maßlosigkeit neigenden Leben das rechte Maß zu finden."

Leonardo da Vinci (1452–1519)

Was ist eigentlich Wohlstand? 

Wohlstand wird in unserer Industriekultur häufig mit Geld und materiellem Reichtum gleichgesetzt. Als Maßstab für Wohlstand gilt unserer Kultur das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Dass dieser Maßstab allerdings nicht gleichzusetzen ist mit dem Glück und der Zufriedenheit der Bevölkerung, ist in der vergangenen Zeit immer deutlicher geworden. Klimawandel, Artensterben, Vermüllung der Meere und vieles mehr zeigen außerdem, dass unser Lebensstil keine Zukunft hat; wir leben auf Kosten der Zukunft unserer Kinder. Wir benötigen dringend ein Nachdenken über neue Wohlstandsmodelle. Einige Gedanken, wie unser Wohlstand der Zukunft in einer Kultur der Mäßigung aussehen könnte, sind hier nachzulesen:

Wald und Natur als Maß von Glück und Zufriedenheit der Kultur

Arbeitsmoral

Stets arbeiten wir an neuen Projekten und meinen, dadurch das eigene Leben und das unserer Kinder zu verbessern und weiterzuentwickeln. Durch das viele Arbeiten und die technischen Möglichkeiten zerstören wir aber auch zunehmend unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Wir brauchen eine andere Sicht auf die Arbeit und die Frage, was denn überhaupt Fortschritt ist. Der Literatur- Nobelpreisträger Heinrich Böll hat in den 1960er Jahren eine "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral" verfasst, die zum Nachdenken und zur Diskussion über unsere Arbeitsgeselschaft anregt:  
"In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. ...

Nachhaltige Entwicklung der Arbeitsmoral zur Mäßigung
Entwicklungspyramide des Maß Haltens

Über unseren Umgang mit den Dingen

Die Grafik links stellt Stufen eine zukunftsorientierten und nachhaltigen Umgangs mit den Dingen dar. Der Ressourcenverbrauch im Umgang mit den Dingen von oben nach unten ab.  Wenn es Dich interessiert, wie sich unser Umgang mit den Dingen im historischen Verlauf entwickelt hat, und wie er sich angesichts zunehmender ökologischer Grenzen entwickeln müsste, kannst Du hier mehr erfahren: 

Statt immer wieder neu! 

Hier eine Literaturempfehlung: