Gesundheit

Der exzessive Lebensstil unserer Überfluss- und Wachstumsgesellschaft bedroht nicht nur unsere natürlichen Lebensgrundlagen, sondern stellt zugleich eine zunehmende Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar. In ihrer wachsenden Komplexität überfordert diese Industriekultur den Einzelnen und macht ihn krank. Die Zahl der Menschen, die heute unter Stress, Depression, Essstörungen oder unter einem Burnout-Syndrom leiden, steigt stetig. Allein in den letzten 25 Jahren nahm die Verordnung von Antidepressiva laut Arzneimittelverordnungsreport  in Deutschland von 197 auf 1467 Millionen Tagesdosen zu - das entspricht einer Steigerung von 745 Prozent. Viele, vielleicht sogar die meisten heutigen Zivilisationskrankheiten – dazu gehören neben den psychischen Erkrankungen unter anderem auch Herz- und Gefäßkrankheiten, Karies, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 sowie manche Allergien, Krebs- und Hauterkrankungen -, kann man ursächlich auf eine fehlende Balance zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig zurückführen. 

Gesundheit und Ernährung als Teil der Mäßigung

Askese und Mäßigung

Es sind Tugenden, so alt wie spirituelle Traditionen. In völliger Abgeschiedenheit konzentriert man sich auf das Wesentliche in Glauben und Leben. In der Regel durch eine Abkehr von allem Weltlichem. Doch wenn Askese und Mäßigung im Alltag gelebt werden, zeigen sie ihre weltliche Seite. Diese erhält durch die Klimakrise, eine Folge unseres exzessiven Lebensstils, große Aktualität. Hinzu kommt die Sehnsucht des Menschen zur Ruhe zu kommen. Der zeitweise Rückzug kann da zu einer Praxis werden, um Hektik und Überreizung auszuweichen.  Hört Euch hierzu das folgende Feature an:

Mäßigung in Zeiten von Corona

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Gedanken über uns und unsere Zukunft

Zur Zeit wird die Welt von einem winzigen Virus bedroht, welches dafür sorgt, dass Fabriken still stehen, Flüge gestrichen werden und Autos in der Garage bleiben. Die Corona-Krise versetzt Millionen von Menschen in eine neue, ungewohnte Situation: Sie sind in ihren Aktivitäten eingeschränkt und müssen ihre Sozialkontakte begrenzen. Ihr Lebenswandel ist entschleunigt. Sie werden auf sich selbst zurückgeworfen und gelangen in die für viele Menschen ungewohnte Situation, allein zu sein und Langeweile auszuhalten. Der Lebensstil der Wohlstands-, Überfluss- und Beschleunigungsgesellschaft wird durch die Corona-Krise auf den Kopf gestellt. All die Aktivitäten, die zuvor im Zentrum eines fraglichen Lebensglücks standen, Besuche von Fußballstadien, Kreuzfahrten oder Shopping, sind genommen. Die Menschen müssen auf Zerstreuung verzichten, die sie zuvor abhielt, über den Sinn und die Grundlagen für Glück und Zufriedenheit gründlich nachzudenken.  ...

Der Wert der Dinge


Die Coronakrise wird uns noch lange beschäftigen. Wirtschaftlich, politisch und seelisch. Von einem „normalen“ Alltag sind wir innerlich noch weit entfernt. Tausende werden an Covid-19 sterben. An einem unsichtbaren Virus, das weder Grenzen noch Gesetze kennt und tief sitzende Urängste weckt. Grundrechte, die seit über 70 Jahren gelten und die wir für selbstverständlich halten, werden massiv eingeschränkt. Ausgerechnet jetzt sollte man über Mäßigung nachdenken? Sie finden das anmaßend? Sollten Sie das denken, lesen Sie bitte trotzdem in dem Interviewartikel mit der Zeitschrift Vital (Heft 6/2020) weiter.

Natur als unsere Lebensgrundlage, die es durch das rechte Maß zu schützen gilt

Über den Umgang mit den Dingen

Eine kulturgeschichtliche Skizze bis zur Corona-Pandemie



Die Corona-Pandemie war und ist ein tiefer Einschnitt in das Leben der Menschen. Sie hat die Kultur, die Sitten und Gebräuche unserer Gesellschaft in vielen Punkten zum Teil außer Kraft gesetzt, auf den Kopf gestellt und durcheinandergewirbelt. In vielen Bereichen werden die durch die Pandemie hervorgerufenen Wirkungen als schmerzliche Einschränkungen empfunden; es gibt allerdings auch Bereiche, in denen die Pandemie sozusagen „heilsames“ Nachdenken und sinnvolle Verhaltensweisen fördert. Ein Bereich, der zu den positiven Auswirkungen der Coronakrise zählt, scheinen das Konsumverhalten und der Umgang der Menschen mit den Dingen zu sein.